Hunsrückdom

 

Mit der Herausbildung der Grosspfarreien Kirchberg und Simmern begann am Ende des 11 Jahrhunderts auch die Geschichte des Klosters Ravengiersburg. Es begann eine Entwicklung, die bis zum Ende des Mittelalters eine der größten Grundherrschaften im mittelrheinischen Raum hervorgebrachte.

Der Ort Ravengiersburg selbst verdankt seinen Namen dem Edlen Rabangar, der im 10. Jahrhundert auf dem steilen Felsen über dem Simmerbach eine Burg erbaute. 1072 wurde eine Burgkapelle geweiht, die dann aus dem Pfarrverband Simmern getrennt wurde.

Das Augustiner-Chorherrenstift zu Ravengiersburg wurde im Jahre 1074 durch Erzbischof Siegfried von Mainz für zwölf Kanoniker gegründet, nachdem Graf Berthold von der Ravengiersburg und seine Gemahlin Hedwig kinderlos geblieben waren und ihren gesamten Besitz an Nahe, Mosel und in "Hunsruche  " den Altar St. Christophorus in Ravengiersburg schenkten. In der Gründungsurkunde des Kloster Ravengiersburg aus dem Jahre 1074 wird erstmalig der Hunsrück erwähnt.

Neben größeren Schenkungen an das Kloster seit dem 12. Jahrhundert trugen auch die Kauf- und Tauschgeschäfte der Pröbste zu einer Vergrößerung der Besitzungen bei. Das heraufziehende Konfessionszeitalter beendete jedoch diese erfolgreichen Bestrebungen.

Die ursprüngliche romanische Kirche entstand um das Jahr 1160 und muss eine dreischiffige Basilika gewesen sein. Sie hatte etwa die Länge der heutigen Kirche und war an die Doppeltürme des Westwerks angebaut.

Unter dem Chorwerk befand sich eine vierschiffige romanische Krypta mit drei Apsiden (Apsis, griechisch, "das Angefügte", "Wölbung"; im Grundriss halbkreisförmige Nische, die von einer Halbkuppel überwölbt wird) aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ein verheerender Brand zerstörte jedoch um das Jahr 1440 diese romanische Basilika.

Die Blütezeit des Klosters lag im 14. und 15. Jahrhundert und dauerte fast 250 Jahre. In dieser Zeit entwickelte sich das Kloster zu einer der größten Grundherrschaften der gesamten Region, deren Besitztümer von der Nahe bis an die Mosel reichten. Damit ergab sich ein beträchtlicher Einfluss sowohl auf die kulturelle wie auch die machtpolitische Entwicklung im mittleren Hunsrück.

Die Entstehung des Kreuzganges geht auf die Blütezeit des Klosters zurück und wird auf das Jahr 1487 datiert. Der Neubau - vermutlich eine im gotischen Stil gehaltene dreischiffige Hallenkirche - wurde im Jahr 1497 abgeschlossen. 1566 wurde das Kloster durch den Pfalzgraf Georg von Simmern aufgehoben, die reichen Besitztümer ging in pfälzische Verwaltung über.

Mit den Wirren der Reformationszeit und des 30-jährigen Krieges endete die große Zeit des Klosters, und es begann eine wechselhafte Geschichte, die im Jahre 1631 mit der fast vollständigen Zerstörung des Klosters und seiner Kirche durch schwedische Truppen endete, dabei blieb von der ursprünglichen dreischiffigen Hallenkirche nichts mehr erhalten.

Ab 1699 wurde die Kirche eine katholische Pfarrei. Mit der Pfälzischen Kirchenteilung gingen im Jahre 1706 die Ruinen der Klosterkirche in den Besitz der Pfarrkirche Ravengiersburg über, die bis 1803 von den Augustinern betreut wurde.

Der Wiederaufbau in den Jahren 1718 bis 1722 erfolgte durch Kurfürst Carl Philipp auf den alten Fundamenten der Kirche unter Verwendung des vorhandenen Steinmaterials.

Im  Jahr 1803 erfolgte die Säkularisierung durch die französischen Besatzer. Von 1920 bis 1979 wurde in den Klostergebäuden in Ravengiersburg eine philosophisch-theologische Hochschule von den Missionaren der Heiligen Familie eingerichtet, was 1921 den Neubau von neuen Querflügeln auf dem ehemaligen Klosterareal zur Folge hatte.

 






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